Monatsarchiv für November 2011

Nov 13 2011

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Niemand wird vergessen – Adem Özdamar

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Am 17.Februar 2008 wurde Adem Özdamar in einer Polizeiwache in Hagen so verletzt, das es ein Hirnödem erlitt an dem er starb.

Die Zeitung „Der Westen“ berichtete damals:

Während das Gutachten von Dr. Ralf Zweihoff möglicherweise noch eine Weile dauern wird, findet auf Wunsch der Familie zurzeit eine zweite Obduktion des Leichnams in der Türkei statt. Dort scheint die Untersuchung mit allerhöchster Priorität vorangetrieben zu werden, so der Rechtsanwalt der Özdamars, Jürgen Klenk. Unglückliche Formulierungen seitens der Staatsanwaltschaft hätten „nicht gerade für Vertrauen bei der Familie gesorgt”. Özdamars wollen verständlicherweise genau wissen, was in der Nacht zum 17. Februar passiert ist, nachdem eine Streifenwagenbesatzung ihren Sohn von zuhause abgeholt und zur Wache in der Prentzelstraße gebracht hat. Möglicherweise gegen seinen Willen, jedenfalls soll der junge Türke während der Fahrt versucht haben auszusteigen. Ein abgebrochener Türhebel im Streifenwagen belegt das. Auf der Wache hatten die Beamten offenbar erhebliche Schwierigkeiten, den unter Kokaineinfluss stehenden 26-Jährigen zu beruhigen. Beim Versuch, ihn zu fixieren, soll ein Beamter am Finger verletzt worden sein.  Klar ist, dass Adem Özdamar in der Wache einen Herzstillstand erlitt. Noch unklar ist, ob die Auseinandersetzung in der Wache dabei eine Rolle gespielt hat. Aufklärung soll an dieser Stelle das Gutachten von Dr. Zweihoff bringen. Laut Aussage der Leitenden Notärztin Hoffmann, die am Morgen des 17. Februar in der Prentzelwache bei der Reanimation im Einsatz war, sei der 26-Jährige in der Wache möglicherweise mit dem Kopf gegen die Wand geprallt. Die erste Untersuchung durch den behandelnden Arzt im Allgemeinen Krankenhaus am Sonntagmorgen hatte ebenfalls ergeben, dass Adem Özdamar beginnende Hämatome am Kopf aufwies, die auf stumpfe Gewalteinwirkung von außen zurückzuführen seien.

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Nov 13 2011

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Demonstration 12.11.2011 in Schöneberg

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Am 12.November haben in Berlin-Schöneberg 500 Menschen ihre Wut über die nicht abreißende Serie tödlicher Polizeigewalt zum Ausdruck gebracht. Zum Schluss wurde die Demo von einem Großaufgebot der Polizei angegriffen.

Anlass für die Demo war die endgültige Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen die Polizeibeamten, die am 28.Februar 2010  Slieman Hamade im Treppenhaus der elterlichen Wohnung durch Pfefferspray ermordeten. Vor kurzem lehnte das Kammergericht aus formalen Gründen weitere Ermittlungen ab.

Die Demo zog an den Abschnitten 41 und 42, dem Amtsgericht und dem Kammergericht vorbei. Redebeiträge thematisierten die mörderische Funktion dieser Einrichtungen. Desweiteren wurden andere Fälle staatlicher Morde angesprochen, z.B. Oury Jalloh, Dennis J., Christy Schwundeck und Andrea H.

Die etwas geringe Lautstärke des Lautsprecherwagens wurde durch kontinuierliches Rufen polizeifeindlicher Parolen ausgeglichen. Im Verlauf der Demo schlossen sich zahlreiche Jugendliche an. Das Amtsgericht und der Abschnitt in der Gothaer Str. waren weiträumig abgesperrt.

 

Insgesamt hielt sich die Polizei zunächst zurück. Zwar hatte der Einsatzleiter der Anmelderin im Vorfeld mitgeteilt, dass „zahlreiche Moslems erwartet werden, zu deren Männlichkeitsbild das Mitführen von Messern gehört“ was die Anmelderin verhindern solle.

Bis auf einen unmotivierten und erfolglosen Versuch in der Martin-Luther-Str. in die Demo reinzugehen, lief die Demo ohne Probleme.

Kurz vor dem Schlusspunkt in der Pallasstr. versperrte jedoch eine Polizeikette den Weg der DemonstrantInnen zu Infoveranstaltung und Konzert im Drugstore. Diese Kette wurde jedoch überrannt, worauf sich starke Polizeikräfte prügelnd in die Menge stürzten.  Drei Menschen wurden festgenommen.

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Nov 07 2011

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Kundgebung „Polizeigewalt und Verdrängung“

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Kündigung, Kontrolle, Platzverweis?!

Ob Polizei oder Vermieter: Wir lassen uns hier nicht verdrängen!

Kundgebung: Mittwoch, 16.11.11 // 17 Uhr // Kottbusser Tor

In Kreuzberg 36 explodieren die Mieten. Für die HausbesitzerInnen und Immobilienkonzerne bedeutet das hohe Profite. Für uns bedeutet das weniger Geld im Alltag, Kündigung, Zwangsräumung, oft auch den Wegzug aus unserem Kiez. Luxussanierte Eigentumswohnungen, Hostels und Ferienwohnungen, teure Cocktailsbars und schicke Restaurants gibt’s hier mittlerweile zur Genüge. Bezahlbare Mietwohnungen gibt es fast nicht mehr.
Und während die Mieten explodieren und die billigen Kiezkneipen verschwinden, werden aus dem öffentlichen Raum, von den Plätzen und aus den Parks, diejenigen verdrängt, die im neuen, schicken, teuren Kreuzberg 36 keinen Platz mehr haben sollen. Kontrollen, Beleidigungen, Anzeigen, Platzverweise und gewalttätige Übergriffe durch Polizei, Ordnungsamt und privaten Wachschutz sind auch hier im Kiez Alltag. Weiterlesen »

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Nov 05 2011

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Neues im Fall Andrea H.

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Berliner Morgenpost berichtet am 4.11.2011

Ermittlungsverfahren

Polizei untersucht Todesschuss

Es begann mit einem alltäglichen Ersuchen um Amtshilfe bei der Polizei. Eine psychisch kranke Frau sollte aus ihrer Reinickendorfer Wohnung geholt und zu einem Amtsarzt gebracht werden – zwangweise.

Bei der Abholung am frühen Nachmittag des 24. August gerät der vermeintliche Routineeinsatz aus den Fugen: die Frau wehrt sich, die Situation eskaliert. In der Folge stirbt die 53-jährige Andrea H. durch einen Schuss aus einer Dienstpistole. Weiterlesen »

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