Apr 22 2011


Görlitzer Park – Ort täglicher Polizeigewalt

Abgelegt 11:04 unter Allgemein

Der Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg ist ein Brennpunkt der Umsetzung von Sicherheitspolitik, die von Ordnungswahn
und Rassismus diktiert wird. Täglich kommt es dort zu Polizeieinsätzen gegen Menschen, die nicht dem deutschen Erscheinungsbild entsprechen. Inzwischen scheint sich auch Widerstand zu regen, gefunden auf Indymedia:

„Am Montag, den 11. April, fand ein neuer Anlauf in ein neues Jahr mit ohne rassistische Polizeikontrollen im Görlitzer Park in Berlin statt.

Gekommen waren ca. 30 Menschen, die sich nicht ausschließlich zum Grillen in ihrem Lieblingspark treffen wollen. „Zum gemütlichen Entspannen gehört für die meisten auch aufeinander aufpassen dazu“, so ein junger Kerl, der gerade in die lodernde Glut eines Plastikgrills pustet.
Als dann ein Fahrradscout eine Truppe Polizisten entdeckt hatte, die gerade drei Afrikaner festhielten und durchsuchten, ging es sofort los. Dort angekommen wurden die aggressiven Uniformierten gefragt, was diese in diesem Park zu suchen hätten und dazu angehalten, den Park zu verlassen. Recht zügig machten diese sich dann auch vom wintergeschädigten Acker und brausten in ihren Wannen von dannen. Die vier Zivis auf Fahrrädern wurden noch längere Zeit begleitet, bis diese entnervt ihren Fahrdienst bestellten.
Zugegeben: nur ein Anfang. Aber beim Treffen wurde auch beschlossen, in Zukunft öfters organisiert und polizeifeindlich zu grillen. Der nächste Termin (21.4. um 17:30) wurde schnell gefunden. Und auch wollte man sich wieder am selben Ort – zwischen Falckensteinstraße und Hauptweg – treffen und Transparente mitbringen.
Denn Grund genug gibt es: täglich gibt es regelrechte Treibjagden in Berliner Parks; hauptsächlich auf Afrikaner, die mit Festnahmen und anderen Misshandlungen gedemütigt werden. Was zählt ist bei der polizeilichen Selektion das Aussehen: „Araber und Schwarzafrikaner“, so eine Beamtin – und weiter: „Weil die da Kinder zu Drogenabhängigen machen“. Auf Bildzeitungsniveau argumentiert, auf Preisboxerniveau malträtiert: die Berliner Polizei.
„Wir sehn uns“, sagt der junge Kerl vom Plastikgrill zum Abschied, „spätestens am ersten Mai drehen wir den Spieß um“. Oder schon beim nächsten antirassistischen Grillen im Görli.“

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