Sep 07 2010


Über den Tod von Slieman Hamade

Anfang März diesen Jahres starb der 32 Jährige Slieman Hamade in Schöneberg bei einem Polizeieinsatz. Nur wenig wurde über den Fall bekannt. Außer ein paar Presseartikeln ( Morgenpost | TagesspiegelBerlin aktuell ) war von dem Fall auch im Nachhiennein nicht viel zu hören.

Die Verlobte von Slieman hat uns einen Text gegeben in dem sie ihre Erinnerungen, Gedanken und Gefühle zu dem Tod von Slieman schildert. Ähnlich wie Dennis starb Slieman durch die Hände von Berliner Polizisten. An dieser Stelle möchten wir uns für den Text bedanken und den Menschen die Slieman nahe standen unser Beileid aus.


Durch Nichts und wieder Nichts wird er von Polizisten als „Störer“ abgestempelt und des Hauses verwiesen. Ein Jeder würde sich ungerecht behandelt fühlen und sich das nicht bieten lassen. Slieman will zurück in seine Wohnung, doch die Polizisten sehen darin eine Gefahr, eine Gefahr für ihren verletzten Stolz und gehen auf ihn los. Sie fesseln ihn und treten ihn, er wehrt sich. Sie rufen Verstärkung, die Verstärkung kommt und greift ohne Vorwarnung direkt zum RSG (Pfefferspray) und sprüht es auf den am Boden liegenden und gefesselten Slieman, auf dem auch noch ein Beamter sitzt, direkt ins Gesicht und in die Atemwege.
Slieman bekommt bis dahin schwer Luft, jetzt noch schwerer und bald gar keine Luft mehr. Er hat keine Chance, sein Herz hört auf zu schagen. Die Polizisten schleifen ihn das Treppenhaus hinunter und sie wollen nicht gemerkt haben, dass er nicht mehr atmet. Minuten danach beleben sie ihn wieder und rufen einen Rettungsdienst. Slieman hat keine Chance, er liegt im Koma und verliert Unmengen an Blut. Er kämpft ums überleben aber das alles war zu viel, mehr als ein Mensch ganz allein gegen fünf Uniformierte wegstecken kann.
Slieman verstirbt mit gerade mal 32 Jahren an einem „unnatürlichen Tod“. Ärzte können nicht erklären oder wollen nicht erklären dass die maßlose Gewalt der Beamten daran schuld ist, dass Sliemans Mutter und sein Vater keinen Sohn mehr haben, seine Schwestern keinen Bruder mehr haben, seine Verlobte keinen Verlobten… Die Lücke und der Schmerz in unserer Mitte sind größer als es Worte beschreiben könnten.

Ich habe aus meinen Gedanken geschrieben, aus meinem Herzen, das was mir in den Sinn kommt wenn ich an den Abend denken muss. Ich weiß es klingt krass aber die Realität ist krasser und ich versuche mir nichts schön zureden. Den Schmerz zu ertragen macht uns zudem was wir sind. Tut mir Leid, bei mir kommt gerade die ganze Trauer und Wut hoch.

4 Kommentare

4 Kommentare to “Über den Tod von Slieman Hamade”

  1. […] misshandelt und mit Pfefferspray so sehr traktiert, dass er vor Ort verstorben ist. Der Text ist nachzulesen. Daneben steht ein unvollständiger Ausdruck des Artikels „Polizeigewalt: Suche nach […]

  2. […] Vor einem Jahr, am 1.März 2010 starb der 33jährige Sileman Hamde aus Berlin-Schöneberg an den Folgen eines brutalen Polizeieinsatzes. „Wir haben seine Schreie gehört. Plötzlich war es still.“ berichten die Eltern des Verstorben. Was war passiert? Am frühen Morgen des 28.02.2010 alarmieren Slimans Eltern die Polizei. Sie wünschen sich Hilfe. Ihr Sohn kann nicht schlafen, die Musik der Nachbarn ist zu laut und er ist wütend. Seine Familie hat Angst, dass es Streit gibt. Die Polizei kann Sliman nicht gegen seinen Willen mitnehmen. Als sein Vater sagt, Sliman könne nicht zu Hause bleiben, zerren sie ihn ins Treppenhaus und verletzen ihn beim Versuch der Fesselung. Er blutet im Gesicht. Ein Polizist versprüht Reizgas im gesamten Hausflur und schlägt Sliman brutal mit dem Schlagstock gegen die Beine. Das Gas ist überall, niemand kann die Wohnung verlassen, keiner kann helfen. Sliman schreit und schreit, aber plötzlich ist es still. Die anrückenden Sanitäter versuchen Sliman wiederzubeleben, aber er stirbt im Krankenhaus. Sliman wurde 33 Jahre alt. Die Staatsanwaltschaft hat am 30.04.2010 die Ermittlungen gegen die Polizei eingestellt. Die Angehörigen und Freunde von Sileman wollen sich jedoch damit nicht zufrieden geben und fordern jetzt eine Aufklärung der Todesumstände und eine Ende der rassistischen Polizeigewalt in Berlin. Deshalb rufen sie für den 5.März um 17 Uhr zu einer Demonstration am U-BHF Bülowstrasse in Berlin Neukölln auf. Sileman ist nicht der einzige der in den letzten Jahren eine Begegnung mit der Berliner Polizei mit dem Leben zahlen musste. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an Dennis J, der in der Sylvesternacht 08/09 von dem Berliner Zivilpolizisten Reinhard Rother mit 8 gezielten Schüssen ermordet wurde. (Infos) […]

  3. […] Τα τελευταία χρόνια, ο Ζλήμαν Χαμάντε δεν είναι ο μόνος που πλήρωσε με την ίδια του τη ζωή μια συνάντηση με τη βερολινέζικη αστυνομία. Ας θυμηθούμε, μεταξύ πολλών άλλων θυμάτων αστυνομικής βίας, τον 26χρονο Dennis J, ο οποίος δολοφονήθηκε την παραμονή της Πρωτοχρονιάς (31 Δεκέμβρη 2008) αφού ο Ράινχαρτ Ρότερ, όργανο της πολιτικής αστυνομίας του Βερολίνου, πυροβόλησε εναντίον του 8 φορές (περισσότερες πληροφορίες στα γερμανικά). […]

  4. […] „Wir haben seine Schreie gehört. Plötzlich war es still.“ Sliman Hamade wurde am 28.2.2010 im Treppenhaus seines Wohnhauses in Schöneberg von Berliner Polizisten ermordet. Kurz zuvor gab es in der Familie Streit, die Musik der Nachbarn war zu laut, ein Kind kann nicht einschlafen. Sliman ist wütend und seine Eltern rufen die Polizei, damit diese die Situation beruhigt. Aber es kommt anders: Die Polizisten zerren Sliman aus der Wohnung, schlagen ihn mit Tonfas zusammen, werfen ihn eine Treppe hinunter, fesseln ihn und sprühen ihm dann Pfefferspray direkt in die Atemwege. Sliman fällt ins Koma und verstirbt kurz darauf an massiven inneren Blutungen. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen die Polizei bereits eingestellt. Doch die Angehörigen und Freunde von Sliman wollen sich damit nicht zufrieden geben und fordern jetzt eine Aufklärung der Todesumstände und ein Ende der rassistischen Polizeigewalt. Ein Text der Verlobten von Silman könnt ihr hier lesen […]

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